Dänemark verschärft Smartphone-Regeln in Schulen
Dänemark hat sich einer wachsenden Liste europäischer Länder angeschlossen, die strengere Maßnahmen gegen Teenager und Bildschirmzeit ergreifen. Die Regierung hat eine Kehrtwende vollzogen und will ein neues Gesetz einführen.
Die dänische Regierung hat sich bislang geweigert, Smartphones in Schulen gesetzlich zu verbieten. Auf Grundlage der Empfehlungen eines lange erwarteten Berichts der dänischen Wohlfahrtskommission ändert die Regierung nun ihren Kurs und wird mobilfunkfreie Schulen und Horte gesetzlich vorschreiben.
Premierministerin Mette Frederiksen richtete 2023 die Kommission für Wohlbefinden ein, um die wachsende Unzufriedenheit von Kindern und Jugendlichen zu untersuchen. Zuvor hatte der dänische Minister für Kinder und Bildung Mattias Tesfaye erklärt, junge Menschen seien „Versuchskaninchen in einem digitalen Experiment, dessen Ausmaß und Folgen wir nicht vorhersehen können“.
Zu den Empfehlungen des Berichts vom Februar 2024 gehörte die Notwendigkeit staatlicher Gesetze, die Mobiltelefone in Schulen und außerschulischen Einrichtungen verbieten, um ein besseres Gleichgewicht zwischen dem digitalen und dem analogen Leben zu schaffen.
Die Untersuchungen der Kommission ergaben:
- 94% der Jugendlichen hatten vor ihrem 13. Lebensjahr ein Social-Media-Profil
- 9- bis 14-Jährige verbrachten durchschnittlich 3 Stunden pro Tag auf TikTok und YouTube
- Kindern zwischen 7 und 17 Jahren ist es verboten, Handys in die Schule mitzubringen
Mattias Tesfaye kommentierte die Neuigkeiten mit den Worten:
„Allein in den zwei Jahren, in denen ich Bildungsministerin bin, sind wir etwas klüger geworden.“
„Es besteht die Notwendigkeit, die Schule wieder als einen Bildungsraum zu beanspruchen, in dem Raum zur Reflexion besteht und in dem sie nicht nur eine Erweiterung des Jugendzimmers ist.“
Die lokalen Behörden hätten die Möglichkeit, Ausnahmen zu machen, insbesondere für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Er sagte jedoch, Mobiltelefone und Tablets hätten „nichts mit in die Schule gehört, weder in die Pausen noch in den Unterricht“.
Das Verbot ist eine Reaktion auf die weit verbreitete Meinung, dass Mobiltelefone und Smartgeräte Zeit und Aufmerksamkeit für wichtige soziale Kontakte und echte Spiele mit Freunden und Familie rauben.
Ohne Telefon
Wovon kann Dänemark lernen? Von einem völligen Handyverbot bis hin zu einem auf Vertrauen basierenden Ansatz – verschiedene Schulen in verschiedenen Ländern verfolgen unterschiedliche Ansätze.
Nach all diesen Recherchen sind einige wichtige Elemente für einen erfolgreichen Verzicht auf das Telefon zu erkennen:
- Aufnahme: Erhalten Sie Feedback und Zustimmung von Eltern, Schülern und Lehrern.
- Klare Regeln: Einfache, unkomplizierte Richtlinienaktualisierungen, die durchgesetzt werden.
- Konsistenz: In der gesamten Schule, einschließlich des Personals, gelten die gleichen Regeln.
- Rückmeldung: Sehen Sie, welche Anpassungen vorgenommen werden können, um den Anforderungen Ihrer Schule gerecht zu werden.
Viele Schulen entscheiden sich für die Phone Locker abschließbare HandytascheDas bedeutet, dass die Schüler ihre Smartphones behalten, aber nur mit Erlaubnis darauf zugreifen können. Dies beseitigt Haftungsfragen und bietet Flexibilität für Unterrichtsstunden, in denen Smartphones aktiv für Recherchen genutzt werden. Gleichzeitig werden Konflikte zwischen Schulpersonal und Schülern aufgrund der „Beschlagnahmung“ von Smartphones vermieden.