Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat angekündigt, dass seine Regierung ein landesweites Verbot des Zugangs zu sozialen Medien für Kinder unter 16 Jahren einführen wird, um ein sichereres digitales Umfeld für junge Menschen zu schaffen. Die Ankündigung erfolgte am Dienstag, dem 3. Februar 2026, auf dem Weltregierungsgipfel in Dubai, wo Sánchez eine Reihe von Maßnahmen zur verstärkten Überwachung digitaler Plattformen vorstellte.
Was der Vorschlag besagt
Gemäß der vorgeschlagenen Richtlinie wäre Kindern unter 16 Jahren der Zugang zu sozialen Medien wie TikTok, Instagram, Snapchat und anderen untersagt, sofern sie keine strengen Altersverifizierungsprüfungen bestehen. Diese Prüfungen müssten über die Selbstauskunft zum Alter hinausgehen und Systeme umfassen, die das Alter eines Nutzers tatsächlich bestätigen, bevor ihm der Zugang gewährt wird.
Sánchez bezeichnete die neue Maßnahme als notwendig, um Kinder vor schädlichen Inhalten und dem unkontrollierten Umfeld der heutigen sozialen Plattformen zu schützen.
“Unsere Kinder sind einem Raum ausgesetzt, in dem sie sich niemals allein bewegen sollten… Wir werden sie vor dem digitalen Wilden Westen schützen”, sagte er auf dem Gipfeltreffen.
Kontext und weiter gefasste digitale Regulierung
Die spanische Ankündigung erfolgt im Kontext ähnlicher internationaler Bemühungen zur Regulierung sozialer Medien und zum Schutz junger Menschen im Internet:
- Australien führte im Dezember 2025 mit dem Online Safety (Age) Amendment Act das weltweit erste landesweite Verbot von sozialen Medien für unter 16-Jährige ein.
- Frankreich hat vor Kurzem ein Gesetz verabschiedet, das soziale Medien für unter 15-Jährige verbietet und als Teil umfassenderer Reformen der Online-Sicherheit Systeme zur Altersverifizierung vorschreibt.
- Mehrere andere europäische Länder, darunter Dänemark und das Vereinigte Königreich, diskutieren oder entwickeln aktiv digitale Altersbeschränkungen.
Sánchez sagte außerdem, seine Regierung plane, Gesetze einzuführen, die Führungskräfte sozialer Medien für illegale und hasserfüllte Inhalte rechtlich zur Verantwortung ziehen und sogar algorithmische Manipulation und die Verbreitung rechtswidrigen Materials unter Strafe stellen würden.
Ziele und Begründung
Die spanischen Behörden argumentieren, die Maßnahme sei eine Reaktion auf das Ausmaß schädlicher Online-Inhalte, darunter Hassrede, Falschinformationen und sexuell ausbeuterisches Material. Die Verpflichtung der Plattformen, das Alter vor dem Zugang zu überprüfen, soll Minderjährige vor diesen Risiken schützen – ein Vorstoß, der laut Regierung mit den derzeit im Parlament diskutierten umfassenderen digitalen Schutzmaßnahmen für Kinder übereinstimmt.
Was geschieht als Nächstes?
Die von Sánchez angekündigte Maßnahme muss noch formell in ein Gesetz umgesetzt und anschließend im spanischen Parlament diskutiert und verabschiedet werden. Sollte sie angenommen werden, wäre Spanien eines der ersten großen europäischen Länder, das den Zugang zu sozialen Medien auf ältere Teenager beschränkt.
Die Details der Umsetzung – etwa wie die Plattformen das Alter überprüfen und wie das Gesetz durchgesetzt werden soll – sollen im Rahmen des bevorstehenden Gesetzentwurfs ausgearbeitet werden, der laut Regierungsangaben in den kommenden Wochen vorgelegt werden soll.
Diese Entwicklung spiegelt einen globalen Trend hin zu einem stärkeren digitalen Schutz für Kinder wider. Behörden in vielen Ländern ringen mit der Frage, wie der freie Zugang zu digitalen Werkzeugen mit den Bedenken hinsichtlich psychischer Gesundheit, Sicherheit und Reife in Einklang gebracht werden kann. Auch wenn die Details je nach Rechtsordnung variieren, wäre Spaniens geplantes Verbot für unter 16-Jährige – sollte es in Kraft treten – eine der weitreichendsten Maßnahmen überhaupt und würde die laufenden Diskussionen in Bildungs-, Politik- und Familienkreisen darüber beeinflussen, wie die Gesellschaft eine gesunde digitale Entwicklung fördert.


